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Großer Bahnhof.

Was für andere Städte eine Beleidigung wäre: „…ja, xxx hat schon einen tollen Bahnhof“, ist in Dresden eine kulturelle Attraktion. Denn Kultur wird auch durch ein Stadtbild definiert, und bisher hat sich Dresden in puncto Neubauten eher kulturell disqualifiziert. Doch dieser Bahnhof ist ein freundlicher, offener Blickfang für jeden Ankommenden. Für die Dresdner sowieso, anders kann ich mir nicht erklären, dass unter den Hunderten Leuten heute mindestens ein Drittel nur zum Gucken, Staunen und Fotografieren auf dem Hauptbahnhof unterwegs war. Ich auch. Und das Dach von Sir Norman Foster ist wirklich beeindruckend.


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Veröffentlicht in Weblog

6 Kommentare

  1. Endlich mal eine Innovation, für die sich Dresden nicht zu schämen braucht. Im Gegensatz zum Wiener Platz. So schön wie der Bahnhof ist, so unästhetisch finde ich den Bahnhofsvorplatz in Richtung Altmarkt. Dort ist kein Baum, kein Grün. Nur Glas, Stahl und ein wenig Naturstein.

    • Dazu passt ein Text, den ich von einem Comedian hörte: „Neulich wollte ich mich mit meinem Freund in Bielefeld treffen. Ich ging also durch die Innenstadt, an H&M vorbei, C&A, McDonalds, Pimkies, links Douglas und Saturn, dann durch die Passage mit Segafredo, New Yorker und sport-scheck, lasse Hugendubel und Kaisers links liegen, setz mich ins Café. Nach einer Stunde vergeblichen Wartens fällt es mir wie Schuppen von den Augen: Ich bin noch in Augsburg.“ 😉

  2. schuldig ist mir der Dresdner Bahnhof noch etwas. Im Sommer 2005 musste ich dort nämlich umsteigen. Ich kam von Leipzig und sollte nach Prag weiter. Es gab Arbeiten an den Hauptgleisen. Man musste zu Fuss eine relativ weite Strecke neben den durchgehend arbeitenden Pressluftbohrern passieren. Ich schätze es waren zehn Minuten bei 120 dB.
    Ich weiß, dass die Arbeit irgendwann einmal getan werden muss. Aber den Reisenden das zuzumuten, war eine bodenlose Frechheit. Man hätte zB Lärmschutzwände aufstellen können. 20 dB weniger hätten das Übelkeitsgefühl schon entscheidend gedämpft. In der Halle wurde der Sound ja noch richtig verstärkt.
    Ich kann mich erinnern, dass ich eine Stinkwut auf deutsche Indolenz und auf Dresden bekam und mir schwor, Dresden für alle Zeiten zu boykottieren.
    Ich nehme die Sache heute gelassener, doch wenn ich Zeit gehabt hätte, hätte ich am liebsten eine Anzeige wegen Lärmbelästigung aufgegeben. Zumindest bei uns gibt es nämlich eine Zumutbarkeitgrenze.
    Und da sollen sie sich einmal gar nicht über Pisa aufregen, wenn sie der Bevölkerung so ungeniert das Hirn pressluftheraushämmern.
    (Lesende sind von meiner Wut und Verachtung selbstverständlich ausgenommen:)
    Aber dafür gefällt mir der Leipziger Bahnhof sehr;) Gibt es eigentlich eine Konkurrenz zwischen Leipzig und Dresden? …

    • …die hämmern immer noch, während das Dach zwar fertig ist, wird nun der Südteil des Bahnhofes mit den durchgehenden Gleisen z.T. abgerissen und neugemacht. Dresden ist ja im Vergleich zu Leipzig kein reiner Kopfbahnhof, sondern hat außen die durchgehenden Gleise Richtung Prag. An Leipzig stört mich immer wieder der riesige Einkaufstempel, den ich einfach nur maßlos finde. Und Konkurrenz zwischen den beiden Städten? Nein, eher Vergleiche, die meistens eh hinken, weil beide Städte aus der Geschichte heraus ein völlig unterschiedliches Profil bekommen haben, auch die geographischen Besonderheiten spielen eine Rolle (Stadt am Fluß hier versus Stadtring-eingefasster Altstadt dort). Oder wie sagen manche: in Leipzig wirds Geld verdient, in Dresden ausgegeben 😉

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