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Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
Rezensent

Da hatt ich einen Kerl zu Gast,
Er war mir eben nicht zur Last;
Ich hatt just mein gewöhnlich Essen,
Hat sich der Kerl pumpsatt gefressen,
Zum Nachtisch, was ich gespeichert hatt.
Und kaum ist mir der Kerl so satt,
Tut ihn der Teufel zum Nachbar führen,
Über mein Essen zu räsonieren:
»Die Supp hätt können gewürzter sein,
Der Braten brauner, firner der Wein.«
Der Tausendsakerment!
Schlagt ihn tot, den Hund! Es ist ein Rezensent.

[Lieber Johann Wolfgang, wenn man sich Gäste einlädt, aber genau weiß, dass man nicht kochen kann, sollte man es lassen oder einen Catering-Service bemühen. Vielleicht könnte man auch einen Kontakt zu Johann Lafer arrangieren. Aber Frustgedichte helfen da bestimmt nicht. Übrigens: Rezensenten muss man zehnmal totschlagen, bevor sie die Fresse halten.]

via Lyrikmail

Veröffentlicht in Weblog

2 Kommentare

  1. »Rezensenten sind blutrünstige Leute, die es nicht bis zum Henker gebracht haben.« sagt G.B.Shaw.
    (aber für die Literatur gilt ja das gleiche wie fürs Essen:
    »Keiner muss selber der Koch sein, um beurteilen zu können ob die Suppe schmeckt oder nicht.«)

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