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Guter Schliff

Absolventenkonzert der Hochschule mit der Erzgebirgischen Philharmonie Aue

Mancher Besucher wird sich gefragt haben, was die Erzgebirgische Philharmonie Aue nach Dresden treibt? Und warum findet auch noch ein reguläres Spielzeit-Sinfoniekonzert so fern der Heimat statt? An der Hochschule für Musik ist man hocherfreut über das Gastspiel und Rektor Ekkehard Klemm betonte in der Begrüßung die gute Zusammenarbeit mit den Orchestern der Region in Sachsen. Denn die kommt nicht nur den Zuhörern des Konzertes im Saal der Hochschule für Musik zugute, sondern auch den jungen Solisten und Dirigierstudenten, die hier wertvolle Praxis erüben können.

Dem Absolventenkonzert, welches das Orchester natürlich auch in Annaberg-Buchholz und Aue vorgestellt hatte, ging ein einwöchiges Seminar mit intensiver Probenphase voraus. Auf nicht weniger als sieben junge Dirigenten und drei große Werke des Repertoires hatte sich das Orchester dabei eingelassen. Im dritten Konzert in Dresden war dann der gute Schliff und die Souveränität in der Interpretation überall spürbar. Die Offenheit der Instrumentalisten gegenüber den Absichten der Dirigenten versteht sich von selbst – sieben Jahre währt schon die Zusammenarbeit und für die Musiker ist es immer eine Herausforderung, sich auf die verschiedenen Persönlichkeiten am Pult einzulassen.

Mit Igor Strawinskys Ballettsuite „Jeu de Cartes“ war eine witzig-virtuose Eingangsmusik gewählt, die Theodor Schubach – ein sich derzeit im Bereich der Orchesterleitung weiterbildender Kompositionsstudent – mit straffem Zugang leitete und somit sowohl die rhythmische Basis als auch den spezifisch ironisch-trockenen Klang dieses Werkes fand.

Franz Liszts 2. Klavierkonzert scheint derzeit ein Dauerbrenner unter den Studenten der Hochschule zu sein – es erklang bereits im letzten Absolventenkonzert in der Semperoper. Die Russin Anna Ryaguzova (Klasse Prof. Arkadi Zenziper) bot nun eine recht robuste Darstellung des Konzertes mit harter Abgrenzung der unterschiedlichen Teile. Cheng Jie Zhang übertrug das zackige Temperament nahtlos auf das Orchester – dem Publikum gefiel diese saftige Interpretation.

Nach der Pause wurde zunächst das Posaunenquartett der Hochschule für Musik mit einem Musikförderpreis der BASF Schwarzheide ausgezeichnet; es stellte sogleich sein Können in drei kleinen sauber ausmusizierten Stücken unter Beweis. Zum Ausklang dirigierte Cornelius Volke die 3. Sinfonie F-Dur von Johannes Brahms. In ruhigem Grundpuls den ersten Satz ausgestaltend und mit viel Sinn für Details der Mittelsätze fand Volke die richtigen Mittel um eine runde Gesamtleistung zu formen: da bedankte sich sogar das Orchester, das auch in den letzten Tönen des umfangreichen Konzertes noch hochmotiviert und konzentriert wirkte, beim Dirigenten herzlich.

[Nachtrag vom 24.6.2011]

Veröffentlicht in Rezensionen

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