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Klarinettistisches rund um Mozart

Philharmonisches Klarinettentrio Dresden in der Strehlener Kammermusik

Erst zum zweiten Mal trat am Samstag das „Philharmonische Klarinettentrio Dresden“ mit einem Konzertprogramm an die Öffentlichkeit, man mochte es angesichts der Qualität der Interpretationen kaum glauben. Doch alle drei Musiker sind ja gestandene Philharmoniker und immer wieder in verschiedenen Kammermusikformationen des Orchesters vertreten. Stilsicher, homogen und intonationsrein sind die besonderen Prädikate dieses Trios. Zwar ist die Besetzung dreier Klarinetten seltener in Konzerten vertreten, doch immer wieder schrieben Komponisten Originalwerke für Klarinettenensemble, es existieren sogar symphonische Ensembles mit bis zu neun Klarinetten, in der alle Instrumente der Familie vertreten sind. In der Strehlener Kammermusik beschränkte man sich im Trio auf die Bassklarinette als Fundament und widmete sich hauptsächlich der Literatur um Wolfgang Amadeus Mozart, dessen Vorliebe für die Klarinette bekannt ist. Schade, dass es im Konzert nicht zur Begegnung mit den damals aufkommenden Bassetthörnern kam, für die Mozart seine Bläserwerke ursprünglich schrieb. Die abwechslungsreiche und farbige Interpretation des Divertimentos B-Dur KV Anh. 229 von Hans-Detlef Löchner, Henry Philipp und Klaus Jopp ließ auf den „modernen“ Instrumenten jedoch keine Wünsche offen. In solch virtuosen Konzerten sollten zeitgenössische Werke selbstverständlich integriert sein, so auch hier. Ein Glücksgriff war dabei der Griff zu einer Komposition von Rainer Lischka, denn der Dresdner Komponist versteht es nicht nur, die Instrumente virtuos und zeitgemäß zu behandeln, in seinen Werken findet man zudem eine gehörige Portion Witz und vor allem rhythmische Finesse. Lischka durfte sich über eine gelungene Ausführung seines „Trio con brio“ freuen. Im zweiten Teil des Konzertes wurde durch ein Werk des Briten James Waterson demonstriert, wie Virtuosen für ihr eigenes Instrument komponierten. Das ist im Falle von Multitalenten wie Liszt oder Joachim im 19. Jahrhundert ein Glücksfall, doch oft wurden recht oberflächliche Werke zum eigenen Gebrauch verfasst, bei denen man innerlich Kadenzen abzählt und bestenfalls das Adjektiv „nett“ über die Lippen bekommt. Watersons Trio gehört dazu und doch entschädigte das Philharmonische Klarinettentrio mit engagiertem Spiel und kostete den Melodiefluß des 2. Satzes aus. Mit Beethovens Variationen über Mozarts „Reich mir die Hand, mein Leben“ aus „Don Giovanni“ und zwei weiteren Mozart-Piecen klang dieser hochwertige Abend aus.

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