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György Ligeti ist tot

Einer der großen Komponisten des 20. Jahrhunderts verläßt die Bühne. Für mich war Ligeti immer ein „Musikant“ – die rhythmische Vitalität, Spiel-Freude und das akkurate Ausmalen der Erzeugung musikalischer Emotion war ihm zu eigen. Selten habe ich soviel Freude und Entspannung bei neuer Musik gehabt wie bei einer Aufführung des Klavierkonzertes 1988 in Wuppertal. Auch die beiden Streichquartette sowie „Lux Aeterna“ und „Lontano“ (das ich noch gelungener als die bekannten „Atmosphères“ finde) haben tiefen Eindruck hinterlassen, aber auch die nur vermeintlich „kleinen“ Werke, etwa die Stücke für Bläserquintett, das irisierende „Continuum“ für Cembalo oder die äußerst vertrackten Klavieretüden sind meisterlich. Merkwürdig, dass viele Gazetten nun Kubrick als Aufhänger für den Artikel herbeiziehen. Dass der Ligetis Musik verwendete, hat dem Komponisten weder Ruhm gebracht, noch wird damit der Rang Ligetis für die zeitgenössische Musik beschrieben. Ich erinnere mich aber auch an Interviews, wo Ligeti ziemlich kantig auftrat und gegen Politik, Kollegen und Gesellschaft wetterte. Bei seiner von Höhen und Tiefen geprägten Biografie kein Wunder und umso bewundernswürdiger, das spezifisch „Eigene“, die musikalische Überzeugung in der Musikwelt zu vertreten.
Nachrufe finden sich u.a. bei der FAZ und bei Schott.

Veröffentlicht in Weblog

3 Kommentare

  1. Oh! Das hab ich noch gar nicht mitgekriegt. :-(…

  2. Musikant! Ja, das trifft es. Ich glaube, dass es das ist, was ihn auszeichnet – in zeitgenössischer Musik heraushörbares Musikantentum.

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