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Hotel

Heute habe ich endlich Hotel sehen können, dank eines feinen Programmkinos, welches den Film sogar schon in der 3. Woche zeigte. Ich bin nachhaltig beeindruckt, von Franziska Weisz sowieso, aber auch von dem Film, der so gar nicht in irgendwelche Schemata passen will. Da war die Herrenrunde drei Reihen hinter mir verständlicherweise gelangweilt, weil sie sich nicht auf die Bilder (nein, es sind Tableaus!) und atmosphärischen Spannungen, die die Kameraführung da entfaltete, einließ. Lediglich was Handlung und Drehbuch angeht, stehe ich auch vor einem Scherbenhaufen, aber immerhin einem wohlinszenierten. Zwischen Waldfrau, Oberlippenbärtchenfreund, Hotelzicken und dem stillen Minenspiel von Franziska Weisz entsteht keine Angst, es ist ein Gefühl, das noch eine Stufe darunter liegt, eine weiche Angst, das schale Gefühl, bei dem man die Ursache nicht erklären kann. Sie schaut in die Gänge, in Spiegel, in Bäume, in das leere Foyer, in den knarzenden Lautsprecher im Lift und man weiß, sie ist verloren. Nur einen Grund gibt es nicht, weder das Verschwinden der Vorgängerin noch die merkwürdigen (eben nicht „irren“) Verhaltensweisen der Hotelangestellten geben klare Hinweise, die zu wirklichem Horror in letzter Konsequenz führen könnten. Diese Zwischenebene erreicht zu haben, ist die Leistung dieses Films. Da darf auch mal der Schluss völlig in die Hose gehen.

Veröffentlicht in Weblog

10 Kommentare

  1. Oh, das klingt spannend! Ich glaube, den muß ich mir auch ansehen.

  2. *g* bei dem ausschnitt auf franziskas hp war ich jetzt aber abgelenkt von mozarts flöte-harfe-konzert. 🙂

    • …von diesem Konzert werde ich auch immer relativ leicht abgelenkt *hüstel*

    • ist halt abgenudelt. wird ja überall mißbraucht. so schlecht ist das stück gar nicht. 😛

  3. Ich fand den Film ja auch sehr atmosphärisch, aber das Ende war so schlecht bzw. schal, das hat das ganze ziemlich ruiniert für mich. Leider.

    • stimmt – ich dachte als erstes, ob denen an der Stelle die Filmförderung ausgegangen ist, so wirkt es. Habe noch versucht, Symbolik oder Ironie reinzureden, aber das klappt auch nicht.

    • hm. nicht gut. filme mit schlechten enden mag ich ja gar nicht. dann lieber ein offenes ende.

    • in gewisser Weise ist das Ende auch offen. Und vielleicht findest Du den Schluss ja gut. Also gucken! *g*

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