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7 Kommentare

  1. Truckle Truckle

    Gruselige Schreibe? Ganz im Gegenteil, ich finde es durchaus sympathisch, daß der Autor tatsächlich mal das Wort Blogging ernst genommen und seine persönliche Sichtweise der Katastrophe und ihrer Folgen geschildert hat, anstelle dem Leser irgendeinen emotional-geheuchelten Medien-Einheitsbrei vorzusetzen, bekömmlich und mundgerecht gemacht für den durchschnittlichen Fernseh- und Zeitungskonsumenten. Insofern aber auch klar, daß dieser Blick hinter die seelischen und beruflichen Kulissen eines Reporters nichts als Unverständnis und Entsetzen auslöst…

    Liebe Grüße

    P. S.: Gruselig finde ich eher, welche Illusionen sich intelligente Menschen über Medien, Medienberichte und die an der Herstellung letzterer beteiligten Menschen machen…

    • Hi Truckle, schön dass Du hier vorbeischaust. Ich stimme Dir zu, was die persönliche Sichtweise angeht. Aber die Stilistik ebendieser Meldung läßt für mich keinen anderen Schluss zu, dass ihn das Ereignis VÖLLIG kaltläßt (siehe auch die völlig mißratene Überschrift). Man kann auch über Ereignisse hinter den Kulissen BERICHTEN, wobei ich schon in der Schule gelernt habe, dass in einen BERICHT eben keine emotionsgeladene Sensationsgeilheit hineingehört. Und die lese ich bei dem Artikel leider aus jedem Satz. Als 1988 ein Militärflugzeug über einem Wohnviertel in Remscheid abstürzte, druckte die Lokalzeitung eine KOMPLETTE Seite nur mit Unglücksfotos. Das fand ich ebenso übertrieben und der Berichterstattung nicht angemessen. Und ich glaube auch, dass wir Leser und Mitjournalisten nicht Illusionen erliegen, sondern GERADE auch in Blogs ebenso Kritik üben MÜSSEN an der Art und Weise, wie Medien uns ihren Stempel aufzudrücken versuchen. „Dann lies doch was anderes“ mag man mir sagen. Nein, genau da setze ich an, denn die Tagesschau war mir bisher immer die liebste, auch seriöseste Berichterstattung. Und davon halte ich sehr viel.

    • Truckle Truckle

      Zunächst einmal: ich sehe einen Blog-Eintrag nicht als einen Bericht an, sondern als ein persönliches Statement, das im Gegensatz zu offiziellen Nachrichten durchaus auch Emotionen und sogar emotionsgeladene Sensationsgeilheit enthalten darf. Das ist ja auch genau das, was ich mit der persönlichen Perspektive meine – ob mir die dahinter erscheinende Person sympathisch ist (wie in Deinem Fall *g*) oder nicht, spielt für mich in diesem Zusammenhang keine Rolle. Gleiches gilt auch hinsichtlich seiner emotionalen Kälte bezüglich des Ereignisses, die ich genau wie Du auch aus seinem Text herauslese. Was die Seriosität betrifft – ich denke er hat einen sehr wahrhaften Bericht abgeliefert, was den Blick hinter seine emotionalen und beruflichen Kulissen anbelangt. Seriosität ist natürlich mehr als das, aber muß/kann man so etwas für ein Blog fordern? Ein Blog ist immer etwas persönliches und somit auch subjektives, was Seriosität eigentlich schon von vornherein widerspricht. Natürlich könnte man ihn zwingen sein Blog seriös zu führen, wie es viele andere offizielle Seiten tun, aber dann wäre es in meinen Augen kein richtiges Blog mehr…

    • …dennoch bleibt es ein Blog unter dem Dach der Tagesschau. Ich will ja auch nicht, wenn ich das Blog der „Zeit“ aufrufe die „Super-Illu“ lesen. Jedes Blog bemüht sich um seinen eigenen Stil und jeder Autor eines Blogs legt sicherlich für sich selbst die Grenzen und Themen des Blogs fest. Zwischen privaten Blogs und Blogs, die wirklich im Namen und unter dem Dach von Firmen, Medien oder sonstigen Institutionen laufen, denke ich, bestehen gravierende Unterschiede. Und das sollte auch so bleiben, sonst würden die Betreiber ja völlig ihr Profil verlieren, wenn Angestellter XY auf dem Firmenblog die Hosen runterläßt.

    • Truckle Truckle

      Ja, da hast Du im Prinzip recht – weißt Du, es ist aber genau dieses anarchische Element in seinem Eintrag, das mich diesen so sympathisch finden läßt… *gg*

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