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Karajan

Grade lief die 8. Sinfonie von Dvorak auf 3sat, eine Aufnahme von 1985 mit den Wiener Philharmonikern unter Karajan. Man hat das Gefühl, das kommt aus einer anderen Welt. Mit Dvorak hat das nicht viel zu tun, Karajan interpretiert selbst den Finalsatz noch so, als hätte er Beethoven oder Brahms auf dem Pult liegen. Letztere Verbindung wird zwar gern beschworen, aber irgendwie fehlt dieser Interpretation jeglicher Schwung. Interessant ist jedoch die Inszenierung Karajan als solches – die Musiker verziehen in den Kameraeinstellungen keine Miene, auch die spielenden Musiker bewegen sich Null mit der Musik, sondern die vier Trompeten werden genau im 90-Grad-Winkel vom Körper weggehalten. Lediglich ein Geiger am vorletzten Pult kann allein frisurtechnisch nicht mithalten und die Haare fallen im Takt zur Seite… Möchte nicht wissen, inwieweit die Musiker für diese TV-Inszenierung schauspielerisch eingenordet wurden. Und die Musik selbst gerät zur Puppe.

Veröffentlicht in hörendenkenschreiben

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