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Drei Solokonzerte, freundlicher Ausklang

Matinee des Hochschulsinfonieorchesters in der Semperoper

Im Laufe eines Jahres bestreitet des Hochschulsinfonieorchester der Dresdner Musikhochschule „Carl Maria von Weber“ in kleiner und großer Besetzung fast ein halbes Dutzend Konzerte, dazu kommen noch die Orchesteraufgaben in Opernproduktionen der Hochschule. Beachtlich ist immer wieder die Leistung des projektweise neu zusammengestellten Ensembles. Neben gängigem Orchesterrepertoire haben die jungen Musiker auch Begleitaufgaben der Solisten und Uraufführungen zu bewältigen. All dies war auch in der Matinee in der Semperoper am Sonntagvormittag der Fall. Vor Beginn des Konzertes verlieh die Dresdner Stiftung für Kunst und Kultur der Stadtsparkasse Dresden das jährliche Carl-Maria-von-Weber-Stipendium an zwei hervorragende Studierende der Hochschule. Diesmal wurde es der Geigerin Fanny Fräde (Klasse Prof. Ivan Zenaty) und der Sopranistin Anja Zügner (Klasse Prof. Christiane Junghanns) zur Förderung ihrer künstlerischen Entwicklung zuerkannt. Im ersten Stück des Konzertes trat Martin Hecker als Solist in der Uraufführung seines eigenen Klavierkonzertes auf. Es war faszinierend, wie der Kompositionsstudent aus der Klasse von Prof. Jörg Herchet in beiden „Disziplinen“ Außergewöhnliches leistete. Das Klavierkonzert konnte mit einer eigenständigen Tonsprache überzeugen, mehr noch: die Konzentration auf einige Grundideen, ein recht kleines, aber farbig behandeltes Orchester und die Kontrastwirkung zwischen den völlig gegensätzlich angelegten beiden Sätzen war sinnfällig. Im 1. Satz herrschte bohrende Wiederholung vor, immer wieder drehte sich das Material um seine eigene Achse, eine „Lösung“ gab es nicht. Der folgende langsame Satz spielte dann, erzeugt durch einen vierteltönig verstimmten Disk-Flügel, mit reizvollen Klangkombinationen, schien aber episodischer. Den virtuos-vertrackten Solopart meisterte Hecker ebenso souverän wie das Orchester die neue Partitur mit vielen ungewohnten, extremen Klangverbindungen. Die Matinee hielt zwei weitere Solokonzerte bereit: zunächst das 1. Cellokonzert Es-Dur von Dmitri Schostakowitsch, in welchem der Solist Simon Deffner (Klasse Wolfgang Emanuel Schmidt) eine charaktervolle Interpretation zeigte. In den Ecksätzen bewies Deffner eine gehörige Portion Mut beim Zugriff und in Tempoentscheidungen für manche Passagen. Das ging die meiste Zeit gut, insgesamt wäre eine leichte Temperamentszügelung der Deutlichkeit aber förderlich gewesen. Vor allem im zweiten Satz und der Cadenza gelang Deffner aber ein ruhig strömendes, intensives Spiel. Im Orchester gefiel hier vor allem das Solohorn und die präzise Holzbläsersektion. Nach der Pause beeindruckte dann der chinesische Pianist Bowen Liu (Klasse Prof. Arkadi Zenzipér) mit einer kraftvoll-kontrollierten Darstellung des 1. Klavierkonzertes von Franz Liszt. Er konnte sich sogar im Orchestertutti problemlos behaupten und fand gemeinsam mit Dirigent Ekkehard Klemm frische Tempi, die das Konzert kurzweilig, aber niemals flach erschienen ließen. Homogenes Spiel herrschte auch im Abschlussstück des Konzertes vor: das knackige Finale mit Sergej Prokofjews „Symphonie Classique“ ging Klemm munter und nicht gerade mit nobler Zurückhaltung in den Tempi an. Hier konnte er sich aber auf die Fähigkeiten seiner Studenten verlassen, das Orchester formte einen freundlichen, locker musizierten Ausklang.

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