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Wetterdienst

Da streut man ein paar Tweets in die Welt…

…und schon wird man zum Wetterexperten erklärt. Fehlanzeige, der bin ich ganz gewiss nicht und Meteorologie ist ein sehr weites Feld, das ich weder studiert habe noch würde ich mir anmaßen, hier als Laie Bescheid zu wissen. Vertrauen ist aber auch so eine Sache, auch im umgekehrten Fall. Ja, wo schaut man eigentlich, wenn man zwischen Scharlatanen und skalengenau aufzeichnenden Messinstrumenten (die aber auch gedeutet werden wollen) die Wahl hat? – Übrigens gehen mir jenseits der örtlichen Wetterinformationen diejenigen derzeit gehörig auf den Keks, die ihr gesammeltes Googlewissen, Panikmache und Halbwissenschaftliches unter den Hashtags #Klimakatastrophe oder #Klimawandel – es wäre ja nett, wenn die Schreiber zumindest mal kundtäten, was sie überhaupt unter diesem Schwammibegriff subsummieren – meistens mit Alarmhaltung durch die Gegend schleudern. Es ist wunderbar, auf einen Zug aufzuspringen, bloß fahren kann ihn eigentlich keiner. Ich auch nicht, daher halte ich mich auch mit eigener Meinung zu den Wandelbeobachtungen sehr zurück. Was leider vor allem Politiker aller Couleur überhaupt nicht tun, erst recht nicht, wenn sie einen Twitteraccount (nicht) bedienen können…

Selbst unter Meteorologen und Klimaforschern selbst gibt es erbitterte Auseinandersetzungen (teilweise bis zur Haarspalterei leider), wer oder was für welche Entwicklung verantwortlich zeichnet. Rückwärts geht das immer gut, weil dann alle ihre Karten und Aufzeichnungen rausholen – immer noch besser als die Wünschelrute oder Elfenbeauftragte – vorwärts wird es in der Wetterbetrachtung schwierig. Trotzdem ist es natürlich gerade in diesem Jahr auch sehr spannend, die unterschiedlichen Ansichten der Klimaforscher zu verfolgen, allein mit der Identifikation von Aussagen wie:  „XY-Wetterinstitutsmitarbeiter Egon Kurz sagte gestern bei <hier mäßig seriöses Medium>, dass <hier Katastrophe einsetzen> schon in <beliebige niedrige Zahl> Jahren zu erwarten sei.“ sollte man sehr vorsichtig sein.

Gewitterlage am 30.5.2016

Ich betrachte gerne hier die Wetterlage in #Dresden etwas intensiver und finde es schon faszinierend genug, wie Nordstau des Erzgebirges, Kessel- und Flusslage samt Sächsischer Schweiz und das trockene Flachland im Norden luft-, wind- und wettermäßig zusammenhängen oder anders: warum sich Gewitter mehr als einmal kurz vor der Stadtgrenze von Dresden überlegt haben, einfach in sich zusammenzufallen. Gewitter sind für mich sehr spannende, energiereiche, aber auch manchmal unberechenbare Gebilde. Was eine Gewitterzündung bei gerade noch wunderschönstem Wetter mit ortsfestem Starkregen anrichten kann oder wie hoch Gewittertürme ragen und die Gebilde „anbauen“ und zu riesigen Ketten werden, die über halb Europa reichen, das ist jedes Mal interessant zu beobachten.

Meine Quellen? Was ich vor allem nutze, sind die umfangreichen Karten und Modellvorhersagen (hier z. B. für Dresden) von kachelmannwetter.com, auch hier gilt aber: nix für bare Münze nehmen und die Kombinationen der Informationen lesen (können). Selbst wenn in vielen Modellen um 10 Uhr die Wolke mit dem Blitz auf 15 Uhr steht, kann das schon eine Stunde später anders aussehen, und ist vor allem lokal binnen weniger Kilometer kaum vorhersagbar. Hier nix, da Untergang. Und genau aus diesem Grunde sind die oft verfrühten, oft nur aus Clickbaitgründen veröffentlichten Horrormeldungen von Onlinemedien so gefährlich: weil jeder „Wetterjournalist“ aus einer noch so kleinen Farbverfärbung in der Karte beim DWD den Weltuntergang herausliest, werden so viele Meldungen gestreut, dass keiner mehr irgendwas ernst nimmt, wenn es wirklich ernst WIRD.

Trotzdem ist die Warnkarte des DWD eine seriöse Quelle, die man aber auch in ihren Abstufungen verstehen sollte. Dann gibt es bei facebook noch das Freiberger Wetter, wo man eine Menge lernen kann, gerade was regionale Entwicklungen angeht. Manchmal ist es fast sicherer, für eine sich ankündigende Entwicklung dort zuerst zu schauen, denn an signifikanten Unwettertagen gibt es meist schon morgens einen Eintrag, der alle Szenarien beleuchtet. Hinzuziehen kann man außerdem eine private Station in #Dresden. Lightningmaps.org ist natürlich ein nettes Gewitterspielzeug, die Angaben bei Kachelmann dürften sogar genauer sein. Und die tollste und sicherste Methode…trommelwirbel…: wir gucken aus dem Fenster:

Veröffentlicht in Dresden Features Weblog

Ein Kommentar

  1. derbaum derbaum

    von diesem „aus dem fenster“ guggn hab ich schon gehört – das scheint eine tolle sache zu sein! 😉

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